Sommerfest 2016

Wir sind Kinder einer Welt
 
Zum Sommerfest hatte man sich besseres Wetter gewünscht, aber schon in den Tagen zuvor hatte sich die katholische Kindertagesstätte St. Margareta mit Elternbeirat und Förderverein auf schlechtes Wetter vorbereitet und so wurden die Kindergartenkinder und ihre Familien am Samstagmorgen von Leiterin Gabriele Hohmeister in der Turnhalle begrüßt. Ein Ballon in Form einer Erde mit Wölkchen schwebte in der Mitte des Raumes, um den sich die Kinder mit ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern in einem weiten Kreis zusammengesetzt hatten. "Hallo", begann Erzieherin Marion Grimm und fragte weiter, "wie heißt es denn auf Italienisch?" "Ciao", das war allen noch bekannt. Doch wie heißt es in der Ukraine, Rumänien, Kroatien, Bulgarien, Eritrea, in Griechenland und Japan? In Brasilien und auf Honduras? Das ließ sich herausfinden, sind doch all diese Nationalitäten in der Kindertagesstätte vertreten.
Ein internationaler Tag würde es werden mit dem diesjährigen Thema des Sommerfests "Wir sind Kinder einer Erde", das sich das Team gemeinsam mit dem Elternbeirat überlegt und dann umgesetzt hatte, erzählte Erzieherin Nadja Vollmert. Viele Fähnchen hatten die Kinder gemalt, die den Eingangsbereich schmückten. Die Weltkarte und Kugel hing zu verschiedenen Themen an der ein oder anderen Wand. Für die zahlreichen Zuschauer gab es die Aufführung der Geschichte des Vier-Farben-Landes. Die vier Farben, Rot, Blau, Grün und Gelb hatten sich aufgestellt. Sie lebten getrennt voneinander. Aki, die zu Grün gehörte, sagte, „wir sind die Besten“. Doch das fanden die anderen Farben auch. Marie vor der gelben Wand war überzeugt, „wir sind die Besten“ und „wir essen nur Bananen“, bekräftigte sie Louisa. Doch einer wollte nicht nur grün sein, sondern bunt. Er wollte eine bunte Welt und so lud der kleine Rafael mit seiner Mutter schließlich alle Farben zum gemeinsamen Spielen ein. "Wir sind Kinder dieser Erde, egal ob groß ob klein", hieß es im bunten Finale. "Wir sind Kinder dieser Erde, lass uns gemeinsam sein" sangen alle, schwangen Tücher in allen möglichen Farben, tanzten gemeinsam im Kreis und ließen die Erde nach oben steigen.
Fünf Spielstationen die jeweiligen Kontinente symbolisierend warteten im Anschluss daran auf die Kinder, die sich schnell eine Sammelkarte holten und die einzelnen Stationen ausprobierten. Das Plakat mit dem Känguruh wies auf Australien hin, das Spiel dazu war Sackhüpfen. Immer drei Kinder hüpften um die Wette und auf die Regeln wurde streng geachtet. „Hast Du auch die Wand berührt?“ fragte Marie den Gewinner Gabriel. Jeder bekam einen Stempel für die bestandene Aufgabe auf die Karte, doch die Kindern wollten sie eigentlich gerne auf die Hand. „Wie in der Disco“ bemerkte Erzieherin Tanja Scharper. Wie in der Disco würde hier später noch zu griechischen und lateinamerikanischen Rhythmen getanzt werden.
Zwei Schritte weiter stand die Fußballwand in Anlehnung an die Fußballeuropameisterschaft. Schnell hatte sich auch hier eine Schlange gebildet. Fünfmal konnte auf die Wand geschossen werden. Dabei hatten nicht nur Freddie, Samuel und Andreas viel Spaß. Das Geburtstagskind Emilia traf und freute sich über das Tor. Nebenan ging es gleich weiter mit der Suche nach Goldnuggets in der Sandkiste und einem Stäbchenspiel, bei dem Legosteine, Bänder und Erbsen mit jeweils zwei Stäbchen von der einen in die andere Schüssel gehoben werden mussten. Hier hieß es sich zu konzentrieren. Schließlich gab es noch einen Tisch, an dem Freundschaftsbändchen geflochten werden konnten. Wer alle Stempel gesammelt hatte, konnte sich etwas aus der Kiste beim Stand des Fördervereins aussuchen. Vorsitzende Christina Tischler stand für jedes Kind bereit, verkaufte Wassereis und bot wieder viele neue Sachen an, die Mitglieder des Fördervereins selbst gestaltet hatten. Besonders begehrt waren die Stirnbänder mit Fußballmotiven, sorgte das bevorstehende Fußballspiel der deutschen Mannschaft für Gesprächsstoff und Vorfreude.
Ein ruhiger und begehrter Ort an diesem Vormittag war das Teehaus im Raum der Sonnengruppe, der mit orientalischer Ecke und Pfefferminztee umdekoriert worden war. Hier malte Erzieherin Sabine Klug den Mädchen geduldig verschiedene Muster auf die Hände, die an traditionelles Henna erinnerten, und den Jungen weiße Kriegsbemalung ins Gesicht. Die Kinder waren begeistert. Sie sammelten fleißig Stempel und ließen es sich mit ihren Familien bei Hotdogs, Kuchen und internationalen Köstlichkeiten gutgehen.
Neuigkeiten gab es in der Kindergartenzeitung Flüstertüte, unter anderem ein Bild der Vorschulkinder, ihr Ausflug zur Polizeiwache, die Übernachtung im Kindergarten, die Vorschulprojekte "Besuch im Zahlenland" und "Lernwerkstatt forschen, tüfteln, experimentieren". So begab sich die Mäusenestgruppe vor einigen Wochen mit Guido Ernst auf Planwagenfahrt und besuchte Pferdedame Lady in Vockenhausen, und auch der Besuch beim Imker stand auf dem Programm, erzählte Leiterin Gabriele Hohmeister.
Um 14 Uhr wurde langsam aufgeräumt. „So früh schon“, kam es aus der einen oder anderen Ecke, wollten die Kinder noch nicht nach Hause gehen. Mit dem Gedanken aber, dass es nächstes Jahr wieder ein Sommerfest geben könnte und es nur noch wenige Stunden bis zum Fußballspiel waren, war es dann doch ok, mit der Familie nach Hause zu gehen.

 
© Kath.Eppstein 2015