Vorschulkinder in der Wiesbadener Stadtbibliothek im März 2015

Am vergangenen Dienstag hieß es früh aufstehen für die fünfzehn Vorschulkinder der Kindertagesstätte St. Margareta in Bremthal. Um 7:50 Uhr starteten sie mit dem Bus zusammen mit ihren Erzieherinnen Sabine Klug und Olga Möller zur Stadtbibliothek in die Wiesbadener Innenstadt. Dort ist eine Ecke als Kinderbibliothek eingerichtet. Hier bietet die Stadtbibliothek sogenannte Literacy-Angebote speziell für Vorschulkinder an, bei denen angemeldete Gruppen unter anderem die Schreibwerkstatt nutzen können. Die Vorschulkinder waren gespannt, hatten schon viel Spaß im Bus und stärkten sich bei einem Frühstück im Freien, bevor sie von der Leiterin der Kinderbibliothek Helke Klein am Eingang der Bibliothek empfangen wurden. Sie begrüßte die Gruppe und führte die Kinder in die Bibliothek ein. "Wer war denn schon einmal in einer Bibliothek?", "was kann man hier machen?“ , „wie muss man sich in einer Bibliothek verhalten?" Das waren nur einige Fragen, die die Vorschulkinder beantworteten. „Ich war schon einmal hier“, erklärte Sophie und „schreiben können wir auch“, meinten nicht nur Aiden und Timo. Nach Öffnung der Schreibwerkstatt nahm sich Adrian zielstrebig eine rote Feder, tauchte sie in schwarze Tinte und schrieb seinen Namen. Auch die anderen Vorschulkinder legten los. Dabei standen ihnen viele Schreibgeräte und Materialien zur Verfügung. Mit Tinte und bunten Gänsefedern, Rohrfedern aus Holz, Buchstaben- und Tierstempeln konnten sich die Kinder frei entfalten. Da wurden die eigenen Namen geschrieben, Mama, Papa, Oma und Opa oder Buchstaben und Tiere gestempelt. Leiterin Helke Klein erklärte, dass nicht das fertige Ergebnis wichtig sei, sondern der Prozess selbst. Indem Kinder sich damit aktiv auseinandersetzten, die ersten Buchstaben schreiben, malen und stempeln, lernen sie. Für Erwachsene, die ja wissen wie es geht, sei es oft schwierig, nicht auf das Ergebnis zu achten.

Wer nicht mehr wollte, konnte sich ein Buch nehmen oder Magnetbuchstaben an eine Tafel bringen. Die kleine Gruppe, die sich an der Tafel fand, nutzte die Gelegenheit für einen bunten Buchstabensalat. Viel Spaß hatten sie auch bei den fremdsprachigen Büchern. Anschließend gab es noch ein Kamishibai, ein japanisches Papiertheater, im eigenen Vorleseraum, in dem es sich die Kinder auf Sitzkissen und blauem Licht bequem machen konnten. Dazu las eine Mitarbeiterin der Bibliothek den Kindern eine Geschichte vor, bei der sie gleichzeitig die passenden Bilder dazu zeigte. Mit einem Wortspiel und abschließenden Qigong-Übungen konnten alle noch einmal richtig loslassen, bevor es entspannt in den Kindergarten zurück ging.

© Kath.Eppstein 2015