Klausurtag 2019 der Pfarreien Eppstein und Hofheim-Kriftel

„Wovon Dein Herz voll ist, davon spricht Dein Mund.“ Lk 6,45

Dieser Satz begleitete die Mitglieder der Gremien aus Eppstein und Hofheim-Kriftel aus Pfarrgemeinderat, Verwaltungsrat und Ortsausschüssen bei ihrer jährlichen Klausurtagung, die in diesem Jahr in St. Peter und Paul stattfand.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde mit „unseren“ Kirchenpatronen legten wir los mit knackigen Botschaften zu dem, wovon unser Herz denn voll ist. Dabei war schön die ganze Bandbreite des kirchlichen Lebens zu entdecken, von der Gemeinschaft der Gläubigen über die Caritas, die tätige Nächstenliebe, bis hin zur Schöpfungsverantwortung war alles dabei – aber auch kritische Gedanken zu aktuellen Themen, die die Institution Kirche gerade mal wieder erschüttern.

Aus diesen Gedanken entdeckten wir in Kleingruppen beeindruckende Bibelstellen und tauschten uns darüber aus. Im Kreis landeten dann Elisabeth, Franziskus, Martha & Maria, Emmaus, der Heilige Geist, die Jünger, die noch einmal die Netze auswarfen, Mose, Zacchäus und ….?

Am Ende war es die Emmausgeschichte, die uns weiter begleitete. Die Jünger, die zweifelten, die den „Behauptungen“ über die Auferstehung keinen Glauben schenkten, die erst glaubten, als sie mit ihren eigenen Augen sahen, wie Jesus das Brot brach. Die, die sich abwendeten, denen Jesus nachlief. Die den Fremden aber offen und vorurteilsfrei in ihre Gruppe aufnahmen und ihm zuhörten.

Die dann, als sie Jesus erkannten, in sich hörend feststellten: „Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete?“ Und die „noch in der selben Stunde“ zurückgingen nach Jerusalem, um von ihrer Begegnung zu erzählen.

Was ist unsere Emmausgeschichte, die wir erlebt haben? Die unser Herz brennen lässt? Wo geben wir Gelegenheit, solche Emmausgeschichten zu erleben? Wo Menschen mit eigenen Augen sehen und erleben können, was uns trägt und hält?

Zum Schluss kam zu den ganzen Sinnesorganen noch das Ohr hinzu. Wer gehört werden will, muss zu allererst selber zuhören. Was braucht denn die Gesellschaft von heute, um zu einer zukunftsfähigen, tragenden Gesellschaft zu werden? Was bewegt die Menschen in unserer Pfarrei? Was können wir als Christen mit unserer Emmaus-Grundhaltung des unterwegs-seins und des ansprechbar-seins dabei geben? Aber auch: Sind wir denn noch sprachfähig, das auch glaubhaft zu formulieren?

Diese Fragen sollen uns als Impulsgeber begleiten, in den Gremien, in den Teamsitzungen, in den Gruppierungen. Beispielhaft wurde die Idee weitergetragen, eine PGR- oder Ortsausschuss-Sitzung damit zu beginnen, dass Teilnehmende eine Bibelstelle, die sie/ihn bewegt hat, mitbringt und darüber berichtet. Wir müssen ansprechbar sein, innerhalb der Gemeinde, aber auch außerhalb. Zugezogene gezielt auch mal ansprechen oder auch Außenstehende zum Pfarreifest an Fronleichnam einladen. Auch die „Interkulturelle Woche“ in Hofheim wurde als Begegnungsmöglichkeit angesprochen.

Zum Abschied erklang der zu Beginn schon eingeübte Kanon auf die Melodie von „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn“:
„Lobet von Kriftel bis Eppstein den Herrn!
Auch ihr aus Hofheim lasst von euch was hör´n!
Hell woll´n wir strahlen als Main-Taunus-Stern.“

Insgesamt war der Nachmittag nach vielen inspirierenden Gesprächen, die Mut machten, die uns auch als zusammenwachsende Großpfarrei wieder einen guten Schritt weiter gebracht hat, zu Ende gegangen. Ein Dank geht an Herrn Dr. Braunwarth vom Bezirksamt Main-Taunus, der uns vertretungsweise für Herrn Stefan Herok, der leider kurzfristig erkrankt war, souverän und inspirierend durch den Nachmittag geleitet hat.

© Kath.Eppstein 2015