Krippenfeier am 24.12.2015 in St. Michael, Ehlhalten

Krippenspiel einmal anders

An Heilig Abend fanden sich Ehlhaltner jeden Alters in der voll besetzten Kirche ein.
Martina Smolorz die den Gottesdienst leitete, stellte das aktuelle Phänomen der modernen Kommunikation in den Raum. Das Spiel, das Jugendliche und Kinder eingeübt hatten, sollte unsere moderne Welt mit der Weihnachtsbotschaft verbinden.
Die Spieler beschäftigten sich sogleich mit ihren Smartphones, Laptops und Handys. Andere Jugendliche, die zusammen etwas unternehmen wollten beachteten sie nicht. Doch dann gab es Störungen in den modernen Geräten und sie erhielten merkwürdige Botschaften.
Im Glauben, einen Virus eingefangen zu haben, fuhren alle schnell die Geräte herunter. Verschiedene Jugendgruppen trafen sich später auf dem Skaterplatz und tauschten die Botschaften aus. Da war die Rede von einem Licht, das zu suchen sei und von einem Weg. Doch außer den bunten Lichtreklamen der Geschäfte konnten sie nichts besonderes entdecken. Nur ein Flüchtlingspaar beobachteten sie, das an einer Pension nach einer Unterkunft fragte.
Diese wurden zur Stadtverwaltung zur Registrierung geschickt. So gingen die Jugendlichen den Hinweisen ihrer Geräte nach und suchten ihren Weg mit Hilfe des Lichts ihrer Handys auf einem Berg. Als die Akkus ausgingen, hatten sie sich endgültig verirrt.
Glücklicherweise kam wieder das Flüchtlingspaar dazu. Mit „Do you speek english?“ und „Parlez vous francais?“ sprachen sie das fremde Paar an. Die Fremden aber stellten sich als die unbekannten Sender der rätselhaften Botschaften heraus, was die Jugendlichen voller Verwunderung erkannten.
Engelchen und Sternchen, zwei weitere Boten, brachten ihnen nun die frohe Kunde der Geburt des Gotteskindes und wiesen ihnen den Weg. So fanden die Jugendlichen das neugeborene Kind, das, wie es die Bibel beschreibt, in Windeln eingewickelt in einer Krippe lag. Und erst hier erkannten sie in dem Flüchtlingspaar Maria und Josef.
Die Handlung des Spiels war immer unterbrochen mit einem kleinen Ausschnitt des Weihnachtsevangeliums, sodass die jugendlichen Wegsucher gleichsam zu den Hirten wurden und somit unversehens in die jährlich wiederkehrende Weihnachtsgeschichte hineingenommen. Sie wurde so für alle erlebbar gemacht. Sie identifizierten sich mit den vorgegebenen Personen und spielten ihren jeweiligen Part eifrig und glaubhaft.
Die Musikgruppe und die Gemeinde begleitete das Spiel mit dem Liedruf: „Menschen auf dem Weg durch die dunkle Nacht, habt Vertraun der Tag bricht an. Christus hat der Welt das Licht gebracht, hebt die Augen und schaut ihn an.“
Martina Smolorz, die zusammen mit Bärbel Weil die Regie zu diesem modernen Stück hatte, fasste es anschließend zusammen: Lasst uns bei all der modernen Technik nicht das wirklich Wichtige in unserem Leben, die anderen Menschen um uns aus den Augen verlieren. Suchen wir aufmerksam nach unseren Wegen und orientieren wir uns immer wieder neu.
Weihnachten kann uns diese Botschaft verdeutlichen. So kann jeder von uns den Weg zur Krippe, zu unserem Glauben wieder finden. Jeder ist eingeladen!
Zu dem Lied: „Ihr Kinderlein kommet“ durften die Kinder dann auch nach vorne kommen und bei der Krippe sitzen. Das Friedenslicht von Bethlehem wurde feierlich an der neuen Friedenskerze entzündet, die das ganze Jahr brennen wird. Die Fürbitten nach Frieden in der Welt, in unseren Gemeinden und Familien begleitete es. Zum Abschluss klangen dann die Weihnachtsklassiker mit „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Oh du fröhliche“ besinnlich und feierlich durch die Kirche.

© Kath.Eppstein 2015