Beim diesjährigen Fastenessen des Eine-Welt-Kreises Eppstein (EWK), dieses Mal im Gemeindezentrum Niederjosbach, konnten sich die 21 Besucher – darunter auch Pater Gaspar -zunächst anhand von zwei Videos über Kinderarbeit bei der Kakaoernte in der Elfenbeinküste sowie Aktivitäten der Organisation PREDA informieren. PREDA ist in dem Verkauf fair gehandelter getrockneter Mangos engagiert. Die daraus erzielten Erlöse werden für die Rettung von misshandelten Mädchen auf den Philippinen eingesetzt. Im Anschluss daran wurden von den Helfern des Eine-Welt-Kreises eine Gemüse-Quinua Gärtnerinnen Art mit Tomatensoße und ein pikant abgeschmeckter Eintopf aus roter Quinua mit grüner Soße serviert. Dazu gab es Wein und Orangensaft aus fairem Handel. Die schon traditionelle Mangonachspeise beendete dieses, von allen Besuchern einhellig gelobte Mahl, an das sich viele lebhafte Gespräche anschlossen. Für die großzügigen Spenden möchte sich der Eine-Welt-Kreis noch einmal herzlich bedanken.
Zu einem Benefizkonzert hatte der Eine-Welt-Kreis Eppstein in die Emmaus-Gemeinde nach Bremthal eingeladen. Professor Matthias Fuchs und sechs seiner Schüler/-innen boten ein außerordentliches Konzert im fast voll besetzten Gemeindesaal. Mit viel Können und Spielfreude trugen die jungen Künstler anspruchsvolle Werke bekannter Komponisten vor, wie J.S. Bach „Jesu bleibet meine Freude“; F. Mendelssohn-Bartholdy „Lied ohne Worte“; R. Schumann „Romanze op. 29/2“; C. Debussy, Préludes I: „Voiles“; M. Ravel „Jeux d’eaux“. Diese Stücke, gespielt von den Pianisten Mirko Hester, Sebastian Fröhlich, Sebastian Schmitt und Tomomi Bender, sorgten beim gebannt lauschenden Publikum für Entspannung auf hohem Niveau, ebenso das gemeinsame Spiel von Fabian Strahl (Klavier) und Alexandra Winter (Violine) mit der Sonate für Violine und Klavier in G-Dur KV 301 von W.A. Mozart. Eine Programmänderung wegen plötzlichen Unwohlseins einer Studentin machte es möglich, dass der erst 13jährige David Fuchs einspringen konnte und für sein Können und seine Hingabe an die E-Dur- Solo-Suite für Cello ein begeistertes Publikum fand. Der Höhepunkt zum Schluss war die Überraschung des Zusammenspiels von Vater Matthias Fuchs und Sohn David. Sie machten mit dem Allegro appassionato von C. Saint-Saens bei den Zuhörern Furore, die lang anhaltend applaudierten.
Gern kämen nächstes Jahr alle wieder zum Spielen in die hohen, hellen Räume des Gemeindezentrums mit dem schönen Blick nach draußen. Und wenn sie die Orgel in ihr Spiel mit einbeziehen dürften, wäre dies eine besondere Freude.
Hilde Picard
Bericht über die Bistumskampagne „Eine Welt fairstärken“ von Hilde Picard
„Eine Welt fairstärken!“ Mit diesem Aufruf lud Bischof Tebartz-van Elst am 7. Febr. 2009 zum Auftakt seiner Bistumskampagne nach Limburg in die Marienschule und anschließender Eucharistiefeier im Dom ein. „Denn das Evangelium fordert uns heraus, gemeinsam für eine gerechte Welt zu arbeiten. Vor vielen Jahren haben Christen mit dem Fairen Handel begonnen, der bis heute zeigt, dass der Welthandel und gerechte Preise kein Widerspruch sind. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Globalisierung bedarf es unseres Beitrags, die eine Welt fair zu stärken“, so schrieb der Bischof in seiner Einladung und ermunterte alle Altersgruppen, bei den Aktionen mitzumachen: Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten, aber auch Gruppen und Verbände und ganze Pfarrgemeinden; denn viele Möglichkeiten, die Qualitätsprodukte aus Fairem Handel zu nutzen, würden nicht ausgeschöpft.
Worum geht es bei diesen Aktionen? Es geht darum, dass sich in unserem Bistum 100 Gemeinden durch Ideenreichtum und kreativen Geist rund um den Fairen Handel auszeichnen mögen. Hierbei könnte es viele Akteure in einer Gemeinde geben (Pfarrbüro, Pastoralteam, Bücherei, Festausschuss). Um sich anregen zu lassen, waren etwa 250 Personen nach Limburg gekommen, darunter drei Eppsteiner.
Was hat uns gefallen? Wir waren vor allem neugierig auf die angebotenen köstlichen kulinarischen Leckerbissen, wie z.B. die Gerichte aus Mango, die von den anwesenden Praktikantinnen des Partnerbistums Alaminos in den Philippinen www.dioceseofalaminos.org/partnership.htm zubereitet worden waren. So scheint es in unserem Bistum ein besonderes Anliegen zu sein, gerade für die philippinische Carabao-Mango zu werben, die eine der schmackhaftesten Sorten und arm an Fasern ist. Unser Bischof verteilte später eigenhändig sog. Talentpakete, gefüllt mit Produkten aus Mango, die dazu auffordern, Außergewöhnliches zu erreichen. Was bedeutet das? Ein Talent ist Gabe und Begabung zu überlegen, wie viele Menschen auf den Fairen Handel aufmerksam gemacht werden könnten. Ideen sind gesucht, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und zum 1. Sept. 2009 ist Rückmeldung erbeten.
Lassen wir uns also durch den Duft und den Geschmack der philippinischen Mango verführen, die reich an Vitamin A, Kalium und Magnesium ist und zahlreiche hoch konzentrierte Aromen enthält. Nur - wo kann man sie kaufen? Nach welchen Rezepten kann sie verarbeitet werden? Antwort auf diese Fragen werden wir über die Abteilung Weltkirche in Limburg noch bekommen.
Trotz der besonders umworbenen Mango kamen die anderen von der GEPA vertriebenen Waren (z.B. Kaffee, Tee, Schokolade, Honig, Wein, Orangensaft) nicht zu kurz, deren Erzeugern für harte Arbeit auch ein einigermaßen gerechter Lohn zusteht. Dafür kann die GEPA - unser kirchliches Fair- Handelshaus - seit über 33 Jahren als Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH durch einen sozialen und umweltverträglichen Handel sorgen www.gepa.de
In der Aula präsentierte Herr Bede Godwyll (Leiter der GEPA Regionalstelle Mitte, Alzenau) einen Musterstand mit vielen praktischen Präsentationshilfen.
Ein fahrbarer Eine-Welt-Kiosk hat mich besonders beeindruckt, da er den Einstieg in den Fairen Handel leicht werden lässt. Dazu gibt es einen Arbeitsordner mit praktischen Tipps zur Vorbereitung und Durchführung des Verkaufs, Warenkunde und vieles mehr. Die Betreuung dieses Kiosks (ein verschließbarer Verkaufsstand auf Rollen) könnte von Jugendgruppen, Konfirmanden oder Firmlingen und in Schulen problemlos übernommen werden und überall dort eingesetzt werden, wo sich Menschen aufhalten oder treffen.
Einen nicht zu übersehenden Raum nahm der Stand „Oikocredit“ in Menschen investieren ein. Er informierte darüber, dass sich Fairer Handel und Faire Kredite gut ergänzten. Der Faire Handel garantiere Preise und langfristige Lieferverträge.“Oikocredit“ bringe Kapital in Unternehmen, die damit Arbeit und Zukunft schafften www.oikocredit.org/sa/hpf .Wo finde ich Hilfe, wenn ich mein Geld ethisch anlegen möchte? Diese Frage konnte am benachbarten Stand mittels einer Handreichung für private und kirchliche Anleger ausführlich beantwortet werden.
Eröffnet wurde die Veranstaltung auf der Bühne durch den jugendlichen „Offenen Trommlerworkshop“ aus Höhr-Grenzhausen, der die Zuhörer im Saal immer wieder in Stimmung brachte, und Herr Winfried Montz, Leiter der Abteilung Weltkirche, erinnerte in seiner Begrüßungsansprache auch an die Ursprünge unserer heutigen Bewegung, an den brasilianischen Bischof Dom Helder Camara (1909- 1999), der vor 45 Jahren während des 2. Vat. Konzils mit der Initiative „Kirche der Armen“ die Weltöffentlichkeit auf die Nöte der Entwicklungsländer aufmerksam zu machen versuchte. Im weiteren Verlauf der Reden ging Prof. Dr. Bernhard Emunds vom Nell-Breuning-Institut, Frankfurt, der Frage nach, warum der Faire Handel in Zeiten globaler Wirtschaft ein bedeutender Beitrag zu mehr Gerechtigkeit ist.
Gegen Ende der Veranstaltung war es möglich, an einem der vielfältigen Workshops teilzunehmen, wobei die Wahl schwerfiel. Wir Eppsteiner Interessierten uns für das Thema „Faires Engagement in der Pfarrgemeinde. Eine Ideenbörse“. Was machen andere Gemeinden bereits? Wofür müssen sie noch kämpfen? Hier seien stichwortartig einige Beispiele aufgezählt, wofür fair gehandelte Lebensmittel in Pfarrgemeinden eingesetzt werden könnten:
Neujahrsempfang; Pfarrkarneval; Weltgebetstag; Solidaritätsessen in der Fastenzeit;· Misereor-Sonntag; Agape in der Osternacht; Erstkommunionkatechese/Elternabend;· Firmkatechese/Elternabend; Kirchenkaffee; PGR-Sitzung; Sitzung des· Pastoralausschusses/Verwaltungsrates; Veranstaltungen im Pfarrheim;· Seniorenkaffee; Gruppenstunde; Jugendtreff; Verkauf in der Kirche; Geschenke an· Geburtstagen/bei Jubiläen/Dank an Ehrenamtliche; Verkauf im Pfarrbüro; Pfarrfest; Zeltlager-Kiosk; Erntedank.
Nach einem regen Erfahrungsaustausch bekamen wir Mut zugesprochen, auch mal ein Risiko einzugehen, denn die GEPA liefere uns Waren in Kommission und bei Verkostungswunsch könnten wir sogar Rabatt erhalten.
Wir unterstützen einzelne Projekte und bieten Produkte aus fairem Handel "GEPA Waren" nach Absprache mit den Verantwortlichen, bei Veranstaltungen zum Verkauf an.
Im Pfarrbüro Bremthal finden Sie ein kleines Sortiment an GEPA Waren, die Sie dort vor Ort erwerben können.
An jedem Freitag verkauft der Eine-Welt-Kreis bei gutem Wetter Produkte aus fairem Handel auf dem Eppsteiner Wochenmarkt am Wernerplatz.