Zahlreiche Kinder der Gemeinde Ehlhalten fanden sich am Freitag vor dem Martinstag (d.i. der 11. November, Tag der Grablegung des heiligen Martins, des Bischofs von Tours) mit ihren Eltern in der Ehlhaltener Kirche zur Einstimmung an sein Gedenken ein. Im Jahre 334 war Martin als Soldat der Reiterei des römischen Kaisers in Amiens stationiert. Die Gardisten trugen über dem Panzer die Chlamys, einen weißen Überwurf aus zwei Teilen, der im oberen Bereich mit Schaffell gefüttert war. An einem Tag im Winter begegnete Martin am Stadttor von Amiens einem armen, unbekleideten Mann. Außer seinen Waffen und seinem Militärmantel trug Martin nichts bei sich. In einer barmherzigen Tat teilte er seinen Mantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem Armen. In der folgenden Nacht sei ihm dann im Traum Christus erschienen, bekleidet mit dem halben Mantel, den Martin dem Bettler gegeben hatte. Nach dieser Einstimmung durch Martina Smolorz zogen die Kinder singend mit ihren selbstgebastelten Laternen hinter dem Darsteller von St. Martin auf seinem Pferd in Begleitung der Ehlhaltener Blasmusiker zum Dorfplatz. Dort hatte die Freiwillige Feuerwehr bereits ein Martinsfeuer angezündet, welches aber wegen Nässe einige Zeit brauchte um den Platz zu erhellen. Während die Eltern sich am Glühweinstand des Pfarrgemeinderats aufwärmten, wurden von unseren Caritashelferinnen Martinsgänse und von der Pfarrjugend heißer Orangensaft ausgegeben. Die Erlöse kommen der Obdachlosenhilfe in Frankfurt zugute. Auch die Kindergarteneltern beteiligten sich mit Schmalzbroten und heißer Schokolade an der Aktion. In vielen frohen Gesichtern war zu erkennen, dass uns St. Martin die eher traurigen Novembertage für einige Stunden vergessen ließ.
Martin hatte übrigens nach seiner Erscheinung um die Entlassung aus dem römischen Militärdienst gebeten und erklärt zukünftig nur noch den Armen zu helfen und für Christus zu kämpfen. Im Jahr 371 wollten ihn die Einwohner der Stadt Tours zu ihrem Bischof ernennen. Martin aber, empfand sich des Amtes für unwürdig und versteckte sich in einem Gänsestall. Die aufgeregt schnatternden Gänse verrieten aber seine Anwesenheit und er musste das Bischofsamt annehmen. Davon leitet sich der Brauch der „Martinsgans“ ab, die den Kindern als Backwerk beim Ehlhaltener Martinsfeuer so gut mundete und die in traditionsbewussten Familien heute zum festlichen Abendessen zählt (edr).